Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Gifhorn
Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Gifhorn

Geschichte

Die musikalische Evolution

Die Geschichte der Feuerwehrmusik in Gifhorn reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück. Bereits 1896 wurde von Feuerwehrkameraden ein Hornistenkorps gegründet, dem zunächst 12 Männer angehörten. Musikdirektor Andrae, der auch die Stadtkapelle leitete, erteilte ihnen Unterricht. Für zehn neue anzuschaffende Instrumente wurden ca. 80 Mark benötigt. Jedes Mitglied zahlte 50 Pfennig in die Kasse des Korps. Der noch fehlende Betrag wurde von der Wehrkasse zugeschossen.

 

Die Gründung des Hornistenkorps lag durchaus im Sinne der Wehrführung. Die Entwicklung von Funkgeräten lag ja noch in weiter Ferne. Nicht nur bei der Kavallerie im Wilden Westen, auch bei der Feuerwehr wurden damals die Mannschaften durch Hornsignale dirigiert. Außerdem war es Aufgabe der Hornisten, durch Trompetenstöße vom Kutschbock herunter, den Spritzen auf der Fahrt zur Brandstelle freie Bahn zu schaffen. Während in anderen Ländern Sirenen üblich geworden sind, erinnern hie Hörner unserer Einsatzfahrzeuge mit ihrem Klang bis heute an die alten Signaltrompeten.

 

  

Neben ihrer Funktion als Befehlsübermittler haben die alten Hornisten ihre Kameraden sicherlich auch bei Umzügen begleitet und zu Feiern aufgespielt. Aus dem Hornistenkorps entwickelte sich ein Musikzug, der im Laufe der Jahre immer weiter ausgebaut wurde. 1924 zählte die Kapelle unter der Leitung von Wilhelm Laas bereits 22 Musiker. Sie blieb bis in die 30er Jahre bestehen, löste sich dann aber auf, als mehrere Kameraden aus Altersgründen ausschieden.

 

 

Kamerad Walter Heese bemühte sich in den folgenden Jahren, den Musikzug wieder aufzubauen, eine Neugründung kam aber nicht zustande. Erst im Jahre 1949 formierte sich wieder ein Musikzug unter der Leitung des Kameraden Wilhelm Bertkau. Auch dieser Musikzug, dem zeitweise mehr als 20 Musiker angehörten, löste sich ende der 50er Jahre wieder auf, als einige Mitglieder aus Gifhorn fortzogen. In den folgenden Jahren war die Pflege und der Erhalt der übriggebliebenen Instrumente und Noten, die Eigentum der Feuerwehr waren, immer wieder Thema der Kommandobesprechung.

 

 

Erst im Jahre 1967 fand die Neugründung eines Musikzuges statt. Sie kam auf etwas ungewöhnliche Art zustande. Der Bläserchor der katholischen Kirchengemeinde St. Bernward war auf der Suche nach einem Übungsraum. Nicht jeder Zeitgenosse hat Verständnis für Posaunen in seiner Nachbarschaft. Auch dann nicht, wenn sie zum Lobe des Herrn erschallen. Kurz, auf der Suche nach einem geeigneten Übungslokal traten die Kirchenmusiker an die Feuerwehr heran und baten um die Mitbenutzung des Unterrichtsraumes. Eine Bitte, die ihnen gewährt wurde. In kurzer Zeit entwickelte sich eine Freundschaft und binnen eines Jahres, im Sommer 1967, entschlossen sich die Kirchenmusiker zu einem geschlossenen Eintritt in die Feuerwehr. Schnell waren Uniformen beschafft und der neue Musikzug eingekleidet. Bereits am 13. Dezember 1967 konnte sich der Musikzug unter der Leitung des Kameraden Heinz Holzhausen, 19 Mann stark, mit einer kleinen Matinee im Gerätehaus der Öffentlichkeit präsentieren. Seit dieser Zeit hat der Musikzug seinen festen Platz innerhalb der Wehr und ist auch aus dem kulturellen Leben der Stadt nicht mehr wegzudenken. Zahlreiche Veranstaltungen innerhalb und außerhalb der Feuerwehr wurden seitdem durch den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Gifhorn mitgestaltet.

 

 

 

Beim 100jährigem Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Gifhorn übernahm der Musikzug als erste Aufgabe die musikalische Umrahmung der Veranstaltung und Vorführungen. Bei einem Wettstreit der Musikzüge des Kreises Gifhorn im Oktober 1969 belegte der Musikzug den ersten Platz.

 

 

Am 21. Juni 1970 nahm der Musikzug an einem Bundeswertungsspielen im Rahmen des 24. Bundesfeuerwehrtages in Münster in Westfalen teil. Bei diesem Wettbewerb, an dem nur vier Musikzüge aus Niedersachsen teilnahmen, errang der Musikzug den zweiten Platz und brachte die Silbermedaille mit nach Haus. 1974 konnte bei einem Wettbewerb der Feuerwehrmusikzüge des Landes Niedersachsen ebenfalls die Silbermedaille errungen werden.



 

Im Mai 1976 legte Heinz Holzhausen sein Amt als Musikzugführer nieder. Sein Nachfolger als Musikzugführer wurde Kamerad Josef Paukner, während Heinz Holzhausen die musikalische Leitung behielt. Im selben Jahr, am 16. Oktober 1976 feierte der Musikzug mit einem Jubiläumskonzert im Kulturzentrum sein zehnjähriges Bestehen. Den Erlös der Veranstaltung erhielt die Kinderheimat Gifhorn.

 

Im Februar 1977 kam das erste weibliche Wesen zur Gifhorner Feuerwehr. Das Kommando beschloss einstimmig, die Tochter eines Musikers als Mitglied in den Musikzug aufzunehmen. Vom 12. bis 14. August 1983 unternahm der Musikzug, verstärkt durch etliche Kameraden der aktiven Wehr mit ihren Frauen, eine Fahrt in den Kurort Bischofsgrün im Fichtelgebirge. Mitglieder des Musikzuges hatten freundschaftliche Verbindungen mit der Freiwilligen Feuerwehr Bischofsgrün geknüpft, die es dem Musikzug ermöglichte, sich in mehreren Konzerten am Ort zu präsentieren. Unter anderem trat der Musikzug bei einem "Tag der offenen Tür" auf, den die FFW-Bischofsgrün anlässlich ihres 100jährigen Bestehens veranstaltete. Die Konzerte fanden viel Beifall bei den Zuhörern.

 

 

90 Jahre Feuerwehrmusik in Gifhorn wurde am 18. Oktober 1986 mit einem großen Jubiläumskonzert gefeiert. Ortbrandmeister Scharfenberg konnte zu diesem Abend rund 600 Zuhörer im voll besetzten Kulturzentrum begrüßen Unter der Stabführung von Heinz Holzhausen bot der Musikzug einen Überblick über sein reichhaltiges Repertoire. Der Männergesangverein Gamsen unter Leitung von Horst Laser ergänzte das Programm mit mehreren Darbietungen. Das Jubiläumsgeschenk der Stadt, ein Baritonsaxophon, überreichte der stellvertretende Bürgermeister Manfred Birth.

 

 

Am 4. Januar 1987 wählte der Musikzug den Kameraden Hermann Koop zum Musikzugführer. In der Generalversammlung am 24. Januar 1987 wurde der bisherige Musikzugführer Josef Paukner für seine 20jährige Tätigkeit besonders geehrt. Auch der musikalische Leiter, Heinz Holzhausen, der dieses Amt ebenfalls 20 Jahre ausübte, erhielt ein Anerkennungsgeschenk. Durch eine 2. Reise nach Bischofsgrün, vom 5. bis 8. Juni 1987, vertiefte der Musikzug die freundschaftlichen Kontakte zur dortigen Feuerwehr. Wieder gab der Musikzug zwei Konzerte und zwar im Bischofsgrüner Kurpark und in einer Kurklinik.

 

 

Im Herbst 1988 musste Heinz Holzhausen aus gesundheitlichen Gründen auch die musikalische Leitung des Musikzuges niederlegen. Zum neuen Dirigenten wurde Stanislaus Gros aus Wolfsburg verpflichtet. Als Dank und Anerkennung für seine langjährige Tätigkeit ernannte die Freiwillige Feuerwehr Gifhorn Heinz Holzhausen am 26. November 1988 zum Ehrendirigenten.

 

 

Im April 1991 verpflichtete der Musikzug Christian Kühn zum Dirigenten. Am 25. Oktober 1992 feierte der Musikzug das 25 Jährige Jubiläum seiner Neugründung im Jahre 1967, Ortsbrandmeister Scharfenberg konnte rund 400 Gäste zu einem musikalischen Frühschoppen im Feuerwehrgerätehaus begrüßen. Der Musikzug zeigte sein Können unter dem Motto "Eine Reise um die Welt" Das Programm wurde von der Trachtentanzgruppe des Uniformierten Schützenkorps, die einige ihrer Volkstänze vortrug, mitgestaltet.

 

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